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SONNENTOR und das Waldviertel

Unaufdringlich und still wirkt das Waldviertel. Wie die Menschen hier: tief verwurzelt mit ihrer Tradition und ihrem Land.

Schwierige Böden und kaltes Klima. Trotzdem schaffen es die Bauern des Waldviertels das Land ohne Dünger oder Pestizide zu bewirtschaften.

Die Luft ist klar, so klar wie in den nordischen Zauberwelten. Hier atmet man nicht, man wird geatmet. Hier lebt man nicht, man erlebt sich wieder. Sei es, wenn man durch die sanfte Hügellandschaft streift, die Gewässer und Wälder genießt oder die geheimnisvollen Steingebilde betrachtet.

Aber so unglaublich schön das Waldviertel, so widerspenstig ist es auch. Nicht jeder will und kann es aufnehmen, mit seinen ganz speziellen Boden- und Klimabedingungen. Die Erde will nämlich behutsam behandelt werden. Das liegt am Verwitterungsgesteinsboden, der keine fruchtbare Humusschicht trägt, am unzugänglichen Granit und den starken Temperaturschwankungen. Das Klima gilt eher als trocken und ist über weite Strecken kontinental geprägt. Aber Kräuter wie zum Beispiel Pfefferminze, Salbei und Minze lieben den sandigen Untergrund, der die Wärme und die Kraft der Sonne so gut speichert; sie lieben das Silizium im Granit, weil es die Sonnenstrahlen herrlich reflektiert und das Licht intensiviert; und die täglichen Tauniederschläge bieten eine Mindestfeuchtigkeit, die sie bei ihrer Entfaltung unterstützt. Und weil sie sich so wohl fühlen, ziehen sie gleich ein paar Jahre ins Erdreich ein. Aber auch jene Pflanzen, die sich nur für ein Jahr einnisten wollen, die Ringelblume, Sonnenblume oder Käsepappel, gedeihen herrlich. Vielleicht auch weil kein Kunstdünger oder irgendwelche Pestizide die Ordnung stören.

Ein Platz an der Sonne.

Aber auch die Natur braucht wissende und helfende Hände. Hände, die die Erde als Vertraute sehen und auf sie acht geben. Und davon gibt es im Waldviertel viele. Denn das Wissen um die Kraft der Kräuter wird hier seit jeher von einer Generation an die nächste weitergegeben.

Das ergibt sich so. Weil man unter ein und demselben Dach wohnt. Auch heute meist noch. In den schönen traditionellen Bauernhöfen, deren Tor eine große, eingeschnitzte Sonne ziert: das SONNENTOR. Die 24 Strahlen sollen den ganzen Tag über Kraft spenden – und bewahren den Hof vor Unheil. Man sagt, dass es alle Höfe, welche das Symbol tragen, so lange geben wird, wie die Sonne auf- und untergeht. Also ewig. Ja, so sind die Menschen hier: tief verwurzelt mit ihrer Tradition und ihrem Land.

Kein Wunder also, dass die Sonne im Logo von SONNENTOR ein so wunderschönes Lachen hat.